Die Masken und der Tod des Inneren Widerstands

von | 31. August 2018

Tod des Inneren Widerstands

Du hast dir etwas ganz fest vorgenommen und willst das wirklich, wirklich umsetzen. Du schreibst es vielleicht sogar auf deine To-Do-Liste. Doch merkwürdigerweise bleibt genau dieser Punkt so lange auf diesem Zettel bis er irgendwann ganz davon rutscht. Und jeden Tag kneift, zu allem anderen, das schlechte Gewissen. Was ist das? Was steckt dahinter? Innerer Widerstand? Das kann eigentlich nicht sein. Denn spätestens seit 1979, seit Steve de Shazer’s bahnbrechendem Aufsatz The Death of Resistance – Der Tod des Widerstands – gibt es den gar nicht!

Der Widerstand im Selbst-Coaching

Wenn Steve de Shazer Recht hat, und als einer meiner Held:innen, wie könnte er das nicht haben: Warum spürst du dann doch etwas, das dich daran hindert, dich durch konkrete Handlungen in Richtung selbstgewähltes Ziel zu bewegen?

Steve de Shazer war systemischer Familientherapeut. In seinem Artikel geht es um zwei Systeme. Zum einem um das Familiensystem. Zum anderen um die Familientherapie als System. Bei letzterem gibt es zwei Subsysteme. Die Familie und der oder die TherapeutIn.

Dieses System ist im Gegensatz zum reinen Familiensystem, laut de Shazer, auf Veränderung ausgerichtet. Morphogenese. Es geht darum, dass die Familie und der/die Therapeut:in kooperieren und eben nicht in den Widerstand gehen.  Die Veränderung wird, zum Beispiel durch positive Feedback-Loops, Rückmeldungsschleifen, vorausgesetzt.  Es ist eben kein Tennisspiel bei dem eine Partei gewinnt und eine verliert. Was bedeutet das nun für dich und dein Selbst-Coaching? Dass du nicht alleine bist. Denn du bist viele Anteile von dir selbst. Mehrere Subsysteme, die vielleicht für einen Moment im Widerstand miteinander scheinen, doch es nicht unbedingt sein müssen. Entspanne dich also einfach. Nimm, wenn du möchtest, einen tiefen Atemzug. Und du. Und du. Und du.

Deine möglichen Anteile, metaphorisch gesehen

Wenn du nun davon ausgehst, dass es ja gar keinen Widerstand gibt. Sondern, dass du einfach diesen Anteil von dir noch nicht gut genug kennst. Was könnte dann diesen – dir noch fremd erscheinenden – Anteil verkörpern?

Ist es ausgerechnet das verängstige innere Kind? Das, dass du aus einem dir vielleicht noch nicht bekannten Grund aus Urzeiten in einem derartigen Zustand in dir trägst? Dass noch in einem Alter zwischen 0 und 7 Jahren steckengeblieben ist? Als die Welt so groß erschien und dieser Selbst-Anteil so klein? Wie könnte es trösten und ihm versichern, dass du für es da bist?

Oder: Ein aggressiver innerer Widersacher?

Vielleicht die motzende Muse, die beim besten Willen nicht versteht, warum du so diszipliniert und fleißig bist, ohne dass es inhaltlich irgendeinen Sinn oder Unterschied macht? Oder, dass du der Muse gegenüber so respektlos und undiszipliniert bist, dass du ihr keinen Raum zur Entfaltung und Inspiration bist?

Oder, ganz simpel, ein großes Fragezeichen, dass dir einfach nur sagt, dass du das, was du da auf deine To-Do-Liste setzt, gar nicht kannst? Oder zumindest: in der dir zur Verfügung stehenden Zeit – beim besten Willen – nicht schaffen könntest.

Was immer deine Antwort ist: Du bist jetzt schon einen Schritt weiter.

Welches ist dein nächster? Der, der Sinn macht:

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Susanne Hake

Master of Fine Arts, ganzheitliche Kommunikationsberaterin.

Foto: dpa.com/Silas.Stein

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